Josefine Göhmann

Biographie

Josefine Göhmann
BIOGRAPHIE

Josefine Göhmann zählt zu den vielseitigen lyrischen Sopranen ihrer Generation. Ihr künstlerisches Profil verbindet stilistische Vielseitigkeit mit außergewöhnlicher dramatischer Präsenz und einer unverwechselbaren künstlerischen Handschrift. Ihr Repertoire spannt einen Bogen vom frühen Barock bis zu den französischen Klangwelten Debussys, Honeggers und Messiaens; einen besonderen Schwerpunkt bilden darüber hinaus Mozart, Hindemith und Richard Strauss.

2026 gab die deutsch-chilenische Sopranistin ihr vielbeachtetes Debüt am Theater an der Wien, wo sie in Mieczysław Weinbergs Lady Magnesia und Bohuslav Martinůs Alexandre bis die weiblichen Hauptpartien - Titelpartie Lady Magnesia / Armande - übernahm. Die Presse würdigte einhellig ihre darstellerische Präsenz, die sinnliche Klangfarbe ihres „perfekt geführten Soprans“ und ihre außergewöhnliche musikalische Gestaltungskraft:

"Josefine Göhmann trumpfte als untreue Ehefrau in beiden Opern mit ihrer darstellerischen Präsenz und dem sinnlichen Timbre ihres perfekt geführten Soprans auf." / FAZ 

Internationale Engagements führten Josefine Göhmann an die Opéra national de Lyon und deren Opernstudio Le Studio. Dort übernahm sie die Titelpartie in Claudio Monteverdis L’Incoronazione di Poppea in der legendären Inszenierung von Klaus Michael Grüber sowie die Partien Drusilla und Virtù. Mit dieser Produktion gastierte sie an der Opéra de Vichy und der Opéra Royal de Versailles. Weitere Engagements führten sie als Cefisa in Rossinis Ermione an das Théâtre des Champs-Élysées in Paris unter Alberto Zedda sowie zum Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo als Deuxième Fille in Edison Denisovs Quatre Jeunes Filles. An der Opéra national de Lyon war sie darüber hinaus als Blumenmädchen in Zemlinskys Der Kreidekreis unter Lothar Koenigs in einer Inszenierung von Richard Brunel zu erleben.

Ihr Bühnenrepertoire reicht von Heldinnen des frühen Barock bis zu den vielschichtigen Frauenfiguren des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts. Mit Erisbe in Cavallis L’Ormindo, der Titelpartie in Conradis Ariadne oder Bellezza in Händels Il Trionfo del Tempo e del Disinganno war sie mehrfach bei den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden zu Gast. Eine Besonderheit ihres Repertoires ist die Partie des Palmoro in Cherubinis wiederentdeckter Oper L’Idalide: eine ursprünglich für Kastraten geschriebene Rolle, die eigens für Sopran eingerichtet wurde. In der Musiktheaterentwicklung Toxic Love Songs an der Neuköllner Oper Berlin verkörperte sie in rund zwanzig Vorstellungen Bartóks Judith/Herzog Blaubarts Burg.

Als Lied- und Konzertsängerin gastierte Josefine Göhmann unter anderem bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, dem Heidelberger Frühling und RheinVokal sowie in der Berliner Philharmonie (Boris Blacher Die Flut) und bei den Internationalen Herbstfestspielen in Bratislava mit dem Ensemble Quasars (Luciano Berios Folk Songs). Ihr Konzertrepertoire umfasst die großen Oratorien und sinfonischen Vokalwerke von Mozart, Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Brahms und Mahler ebenso wie Richard Strauss’ Vier letzte Lieder, die Brentano-Lieder, Alban Bergs Sieben frühe Lieder, Montsalvatges Cinco canciones negras, Samuel Barbers Knoxville: Summer of 1915 sowie Aaron Coplands Twelve Poems of Emily Dickinson. Ihr umfangreiches Liedrepertoire beinhaltet neben deutschem, spanischen und französischen Repertoire im Besonderen Werke von Liszt, Strauss, Berg, Weill, Hindemith, Messiaen und Rihm.

Rundfunkproduktionen und Porträtfeatures entstanden unter anderem für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, NDR Kultur, rbbKultur, ORF Ö1 und France Musique.

Mit dem von ihr konzipierten Projekt réBelles! entwickelte Josefine Göhmann ein Konzertformat, das Lied und Bildende Kunst miteinander verbindet. In den vier Kapiteln Vierge, Sirène, Héroïne und Ophélie untersucht das Programm weibliche Rollenbilder zwischen Mythos, Projektion und Selbstentwurf – eine imaginäre Galerie musikalischer Porträts: Lieder als klingende Porträts.

Aus dem Projekt entstand gemeinsam mit Mario Häring das Debütalbum réBelles! als Koproduktion von Deutschlandfunk und Solo Musica. Es wurde für den International Classical Music Award (ICMA), den Opus Klassik sowie das Opernwelt-Jahrbuch 2022 nominiert und von France Musique als Disque Classique du Jour ausgezeichnet. Für das Projekt entstanden A-cappella-Auftragswerke von Feliz Anne Reyes Macahis (La Vierge de Cluny. Chant d’une femme) und Aya Yoshida (Réquiem para un niño). Im Rahmen der Bundesförderung Neustart Kultur entwickelte Josefine Göhmann réBelles! zu einem interdisziplinären performativen Liederabend weiter (femal(E)motion / AT). Es folgten die Deutschlandfunk-/Berlin-Classics-Produktion Extase mit Debussys Trois Chansons de Bilitis (nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik) sowie das DLF-Musikpanorama Maria. Ein Leben mit dem britischen Liedpianisten Joseph Middleton zum 100. Jubiläum von Paul Hindemiths Marienleben.

Die jüngste Zusammenarbeit führte Josefine Göhmann in der Entwicklung ihres Konzertprojekts Nora. Northern Lights of Love mit dem britischen Komponisten Iain Bell zusammen. Für Josefine Göhmann und René Pape komponierte Bell Nora’s Suite für Sopran, Bass und Klavier – eine Suite in fünf Szenen mit eigenem Libretto nach Henrik Ibsen.

Im Rahmen des Förderprogramms der Concerto21-Stiftung wurde Josefine Göhmann von Sonia Simmenauer und Annekatrin Hentschel begleitet. Aus diesem Mentoring entstanden die Musiktheaterprojekte PIROUTCHA, Asphalt Prinzessinnen und Romy killing Sisi.

Ihre Ausbildung erhielt Josefine Göhmann an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, an der Accademia del Belcanto „Rodolfo Celletti“ in Martina Franca sowie im Opernstudio Le Studio der Opéra national de Lyon. Künstlerische Impulse erhielt sie unter anderem in den Liedklassen von Jan Philip Schulze und Justus Zeyen sowie in Meisterkursen und Mentorings bei Jean-Paul Fouchécourt, Juliane Banse, Markus Werba, Laura Aikin, Christina Bock, Petr Popelka und Roland Schimmelpfennig. Seit 2020 begleitet Sherman Lowe kontinuierlich ihre stimmliche Entwicklung.

Juli 2026

PDF-Download-Biographie
Presse / Rezensionen

INTERNATIONALE NOMINIERUNGEN, AUDIO-PRODUKTIONEN, BROADCASTS

CD-Produktionen in Koproduction mit Deutschlandfunk/DeutschlandRadio

réBelles! (DLF x Solo Musica)
OPERNWELT “Medien-VÖ 2022”
ICMA 2023 “vocal music”
Opus Klassik 2023 “Gesang Solo/Lied” & “Kammermusikeinsoielung des Jahres”

Extase (DLF x Berlin Classics)
"Preis der deutschen Schallplattenkritik" - 2/2024

Weitere Audio- und Konzertproduktionen / Broadcasts

mit Deutschlandfunk (Musikpanorama)
"Weib & Wahn" with pianist Mario Häring - 6/2022
“Maria. Ein Leben” with pianist Joseph Middleton - 12/2023

Live-Broadcast mit Deutschlandfunk Kultur
"Die Flut/Blacher" - Berliner Philharmonie - Kammersymphonie Berlin - 9/2026

Broadcasts mit France Musique
"Ermione/Rossini" - TCE Paris / Opéra de Lyon - Alberto Zedda 11/2016
"Kreidekreis/Zemlinsky" - Opéra de Lyon - Lothar Koenigs 2/2018
"réBelles! portraits lyriques"/CD - Disque Classique du Jour - 5/2022

KRITIKEN LOBEN JOSEFINE GÖHMANNs WARMEN UND KRÄFTIGEN SOPRAN, DEN SIE ELEGANT UND HOCH MUSIKALISCH DURCH ALLE LAGEN FÜHRT.

OPERNWELT, 7/2022:
"MUTIGE REBELLIN (...) sie leidet, windet sich, atmet, fleht und kommentiert sich dabei anscheinend selbst. Dann färbt sie die Stimme dunkel, zeigt ihre erstaunlich vielfältige sängerische Farbpalette. Hätten doch junge Musikerinnen und Musiker häufiger den gleichen Mut, Programme, Konzerte, Alben so zu beginnen! (...)
Zweitens überwältigt uns Josefine Göhmann mit einer herrlichen Leichtigkeit bei gleichzeitiger Emotionalität so sehr, dass man tatsächlich gar nicht mehr über «Weiblichkeit» als «ein» Thema sprechen, sondern sich selbst mittels Hör-Lektüre dieser Platte in Sphären äußerst ausdifferenzierter Spielarten des Sujets (erotisch, intellektuell, menschlich, weise) hineinbegeben möchte. Großes Kompliment!"

OPERNGLAS, 6/2022
"Josefine Göhmann hat einen höchst flexiblen, wundervoll runden und kräftigen Sopran, der sie auch zu enormer Wortakrobatik in „La Vierge de Cluny, Chant d'une Femme" von Feliz Anne Reyes Macahis befähigt."

KURIER, 6/2026
"Josefine Göhmann betört als Lady Magnesia. Mit Leichtigkeit erreicht sie jede Höhe, sinnlich intoniert sie Martinus Armande."

CONCERTONET, 6/2026
"She (...) brought a near Mozartean suppleness to Martinù’s music."

WDR 3 / HÖRSTOFF, 3/2024
"Das ist Musizieren auf höchstem Niveau. Ein verschmolzenes Miteinander wie hier mit Josefine Göhmann bei den Debussy-Chansons.
Extrem schöne Klangfarben ummanteln mich mit Wärme.“

// INTERNATIONALE PRESSE / REZENSIONEN / FEATURES //

Photocredit für die Biographie-Seite: Felix Broede.